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Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) ist die älteste
und größte Einrichtung für tropenmedizinische Forschung
in Deutschland. Es ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft “Blaue Liste”,
die Einrichtungen von überregionaler wissenschaftspolitischer Bedeutung
zusammenfaßt. Diese werden nach Artikel 91b des Grundgesetzes von
Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Träger des BNI sind das
Bundesministerium für Gesundheit und die Behörde für Arbeit,
Gesundheit und Soziales der Freien und Hansestadt Hamburg.
Das BNI wurde im Jahre 1900 von Bernhard Nocht, dem damaligen Hamburger
Hafenarzt, einem Schüler von Robert Koch, als Forschungsinstitut mit
Klinischer Abteilung gegründet, um Infektionserkrankungen der Tropen
erforschen zu können. Das Institutsgebäude wurde zwischen 1900
und 1914 über den Landungsbrücken am Hamburger Hafen errichtet.
Die Hauptaufgabe des BNI besteht in der Forschung auf dem Gebiet der
tropenmedizinisch relevanten Infektionskrankheiten. Besondere Schwerpunkte
sind Amöbiasis (Amöbenruhr, hervorgerufen durch Entamoeba
histolytica), Onchocerciasis (Flußblindheit, hervorgerufen durch
die Filarie Onchocerca volvulus), Malaria und AIDS. Das Institut
führt kooperative Forschungsprojekte in verschiedenen Ländern
der Dritten Welt, insbesondere in Afrika, durch und unterhält zur
Zeit eine Forschungsstation in Guinea, Westafrika. Vorbereitet wird die
Errichtung einer permanenten Forschungsstation an der Universität
von Kumasi in Ghana. Ein international besetzter Wissenschaftlicher Beirat
berät die Mitglieder des Institutes bei ihrer Arbeit.
Dem Institut ist eine klinische Abteilung mit 68 Betten und einer Ambulanz
angeschlossen, die der Versorgung von Kranken mit tropischen und anderen
Infektionskrankheiten dient. Der Betrieb der Klinik und die in der Krankenversorgung
tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von den Krankenkassen
durch Pflegesätze finanziert. Das BNI führt Diagnostik
zum Nachweis von speziellen Krankheitserregern durch, die überregional
in Anspruch genommen wird. Es unterhält zur Erforschung von hochinfektiösen
Erregern wie z.B. hämorrhagischen Fieberviren das einzige Hochsicherheitslabor
der Stufe P4 in Deutschland.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Instituts ist die Lehre. Das
BNI veranstaltet jährlich verschiedene Kurse in Tropenmedizin, u.a.
einen dreimonatigen Diplomkursus in Tropenmedizin und Parasitologie für
die Zusatzbezeichnung „Tropenmedizin“ für Ärzte. Siebzehn Hochschullehrer
des BNI führen Lehrveranstaltungen in den Fachbereichen Medizin, Biologie
und Chemie der Universität Hamburg durch. Zwei Mitglieder des Instituts
haben C4-Professuren (für „Immunologie“ und für „Tropenmedizinische
Grundlagenforschung“) im Fachbereich Medizin inne.
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