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Die Arbeitsgruppen der Sektion Parasitologie
haben im Berichtzeitraum ihre Forschungsaktivitäten, die sich im wesentlichen
auf die Onchozerkose, Leishmaniasis und Malaria konzentrierten, fortgesetzt.
Durch den Weggang von Privatdozent K. Lingelbach, der einen Ruf der Universität
Marburg annahm, wurde die Sektion um seine Arbeitsgruppe Malaria reduziert.
Ferner wurde mit Prof. R. Garms ein führender Simulienforscher pensioniert,
der dem Institut aber noch als assoziiertes Mitglied erhalten bleibt. Der
Arbeitsgruppe Leishmaniasis gelang im vergangenen Jahr mit der Identifizierung
eines Gens, das für die Differenzierung und Entwicklung von Leishmanien
in der Frühphase der Infektion entscheidend ist, der Nachweis für
die seit langem postulierte Bedeutung der Hitzeschockantwort für das
Überleben von Parasiten im Säugetierwirt.
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The figure shows Leishmania major parasites after in vitro infection of isolated mouse macrophages. Two days p.i. wild type L. major parasites already show proliferation inside the macrophages (A). In contrast, a L. major Dclpb mutant which is deficient in expression of the 100 kDa heat shock protein (Hsp 100) has entered the macrophages but does not proliferate (B). |
Das Gen kodiert für ein 100 kDa Hitzschockprotein,
das im intrazellulären amastigoten Stadium des Parasiten synthetisiert
wird. Die essentielle Bedeutung dieses Proteins wurde durch genetische
Ansätze demonstriert. Die Deletion des Gens führte bei Leishmania
major zu einer signifikant verringerten Virulenz, die wahrscheinlich von
einer unvollständigen Differenzierung vom promastigoten zum amastigoten
Stadium herrührt.
Mitglieder der Abteilung Helminthologie und Entomologie haben im vergangenen Jahr Feldstudien in Uganda zur Thematik der Onchozerkose und anderer Filarieninfektionen weitergeführt. Nachgewiesen wurde die Infektion mit Mansonella streptocerca, die charakterisiert und bei den Patienten mit Ivermectin behandelt wurde. Im Hinblick auf ein besseres Verständnis der Epidemiologie der Onchozerkose in dieser Region und in der Zielsetzung der Vektorkontrolle wurde das Stech- und Flugverhalten von Simulium neavei analysiert. Ferner wurden mit morphologischen, biochemischen und molekularbiologischen Methoden Parameter erarbeitet, die eine Unterscheidung der verschiedenen Zytotypen von S. damnosum s.l. und S. neavei ermöglichen. Damit können jene Zytotypen ermittelt werden, die am Menschen saugen und somit als putative Überträger der Onchozerkose in Frage kommen. In Fortsetzung früherer immunhistologischer Untersuchungen an Onchocerca volvulus wurden Studien zur Verteilung, Häufigkeit und Aktivität von Mastzellen, Granulozyten und Makrophagen bei Tierinfektionen mit verschiedenen Onchocerca-Arten durchgeführt. Ferner wurden in der Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen des Instituts die Studien zur Lokalisierung von Enzymen von O. volvulus fortgesetzt, um Einblick zu bekommen in deren Funktion und deren Beteiligung an der Parasit-Wirt-Interaktion. In der Zielsetzung rationaler Pharmakaentwicklung und der Identifizierung von Vakzinekandidaten haben Mitglieder der Arbeitsgruppe Biochemische Parasitologie Untersuchungen bei O. volvulus und Plasmodium falciparum weitergeführt, wobei Schwerpunkte im Polyaminstoffwechsel, in der Aufrechterhaltung des Redox-Status und der Analyse antioxidativer Enzyme gesetzt wurden. Beweise für eine Sekretion der extrazellulären Superoxide-Dismutase wurden aufgezeigt, die eine Beteiligung dieses Enzyms an der Abwehr des Parasiten gegen die humane Immunantwort wahrscheinlich macht. Weiter wurde eine Disulfid-Reduktase, die kürzlich von P. falciparum beschrieben und kloniert wurde, als Thioredoxin-Reduktase erkannt und hinsichtlich kinetischer und struktureller Eigenschaften analysiert, um Unterschiede, die sich für eine spezifische Inhibierung eignen, herauszufinden. Die Herstellung rekombinanter S-Adenosylmethionin-Decarboxylase von O. volvulus sowie die Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen Industrie, aus der spezifische Inhibitoren dieses Enzyms zu Verfügung stehen, ermöglichen die Identifizierung von Leitstrukturen, die Ansatz für eine Medikamentenentwicklung sein könnten. Aufgrund der Bedeutung, die Mikrosporidieninfektionen bei HIV-Patienten und auch bei Patienten mit Tropenkrankheiten zugemessen wird, wurden Methoden zur Kultivierung und Diagnostik dieser Protozoen etabliert. Rolf D. Walter
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| For additional information please also see Investigators’ Reports. |
| Staff
Prof. Dr. Rolf D. Walter, Chairman from April, 1996, and Head, Biochemical
Parasitology
Dr. Iris Ansorge
Visiting Scientists A. S. Mahmoud, Onchocerciasis Chemotherapy Research Centre, Hohoe, Ghana
Doctoral Students Sven Brandau
Graduate Students Cornelia Hoyer
Support Staff Ingeborg Albrecht
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