Medical Microbiology Section:
 
Kommentar des Sprechers
 
 

Die Sektion Medizinische Mikrobiologie besteht aus der Abteilung für Immunologie, der Abteilung für Virologie und der Mikrobiologischen Zentraldiagnostik. Die Arbeiten der Abteilung für Immunologie beschäftigten sich hauptsächlich mit der Interaktion zwischen Erregern und Komponenten des Immunsystems, einige Arbeiten berühren jedoch auch Fragen der Grundlagen der Immunologie mit Bezug auf Infektionsimmunologie, wie z.B. Antigen-Processing oder T-Zell-Rezeptor-Funktionen. Die Arbeiten zu Trypanosoma cruzi wurden ausgedehnt. Ein Kooperationsprojekt mit der Universität von Pernambuco in Recife, Brasilien, zur T-Zell-Immunologie der Chagas-Krankheit des Menschen wurde, unterstützt von der Volkswagen-Stiftung, begonnen. Die Arbeiten am Mausmodell der Chagas-Krankheit wurden fortgesetzt und betrafen hauptsächlich Ursprung und pathogenetische Rolle der starken Zytokin-Antwort, die durch Trypanosoma cruzi ausgelöst wird. Die Abteilung beteiligte sich am Onchocerciasis-Programm des Institutes mit einer Studie zur Antigen-Spezifizität von Onchocerca volvulus-spezifischen T-Zellen bei Patienten in Guinea. Als Modellsystem einer Filarien-Infektion wurde der volle Zyklus von Litomosoides sigmodontis in BALB/c Mäusen etabliert, wobei Milben als Vektoren dienten. Dieses Modell erlaubt eine Analyse der Schutzmechanismen, die früh nach der Infektion, möglicherweise im L3 Stadium der infektiösen Larve, wirksam sind. Die Arbeiten zur Signaltransduktion in menschlichen T-Zellen wurden weiterverfolgt und auf bovine T-Lymphozyten, die durch Theileria parva transformiert wurden, ausgedehnt, um den Mechanismus der Transformation zu analysieren.

In der Abteilung für Virologie wurden 1996 an folgenden Viren Untersuchungen durchgeführt:
1. HIV-1, 2. Lassa-Virus, 3. Hanta-Virus und 4. Dengue-Virus. Im Rahmen des BMBF-AIDS-Schwerpunktes wurden die Arbeiten am HIV-1 weitergeführt. Für die Struktur der äußeren Hülle des HIV-1 (gp 160), für das ein 2. Rezeptor auf verschiedenen Lymphozyten und Makrophagen gefunden wurde, konnte eine Genkassette konstruiert werden. Weiter wurde die Bindung und Variabilität des gp 160 V3 loops analysiert.  Die unterschiedlichen Immunreaktionen in verschiedenen ethnischen Gruppen gegen verschiedene V3 Loop Proteine des HIV diente der Identifizierung von Infektionen mit verschiedenen HIV-1 Subtypen. Studien des Lassa-Fiebers in Guinea führten zur Identifizierung weiterer Lassa-Virus Stämme, die möglicherweise unterschiedliche Pathogenität aufweisen. Während einer Feldstudie in Guinea wurden Lymphozyten von Patienten mit Lassa-Antikörpern gesammelt. Dieses Material soll zur Untersuchung der T-Zell Immunität bei Menschen aus Lassa-Endemiegebieten dienen. Ein neues Hanta-Virus, das in Norddeutschland zu Pneumonien führte, konnte über RT-PCR Amplifikation analysiert werden. Auch gelang der Nachweis von Hanta- RNA in Bisamratten, die sich offenbar erst seit ihrer Einführung in Europa (1905) mit Puumala-Virus infiziert haben.
Studien zum Dengue-Hämorrhagischen Fieber wurden in den Philippinen ausgeführt.  Dabei wurden serologische Daten (IgM- IgA-, IgG-Antikörper gegen Dengue-Virus) bestimmt. Dengue-Virus konnte aber auch in Gewebekultur isoliert und Sequenzen von PCR Amplifikaten erhalten werden. Die Daten zeigen, daß in ca. 70 % der Krankheitsfälle eine Dengue-Infektion vorhanden war und daß Dengue Typ2 in der untersuchten Region vorherrschte.
Die Mikrobiologische Zentraldiagnostik (MZD) führt die direkte Identifizierung bakteriologischer, parasitologischer und virologischer Untersuchungen, Serodiagnostik auf Parasiten-, Bakterien-, Rickettsien- und Virus-Infektionen durch. Wegen ihrer Spezialisierung erhält die MZD Materialien aus allen Teilen Deutschlands und auch aus einigen Nachbarländern. Neue diagnostische Entwicklungen sind der Einsatz rekombinanter Antigene zur Diagnose der Amöbiasis und Schistosomiasis sowie die Diagnose von Mikrosporidien-Infektionen durch eine typenspezifische PCR.

 

Bernhard Fleischer
 

For additional information please also see Investigators’ Reports.
 



 
Staff 

Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Chairman and Head, Division of Immunology 
Prof. Dr. Herbert Schmitz, Head, Division of Virology 

Dr. Arne von Bonin 
Dr. Barbara Bröker 
Petra Emmerich-Paloh 
Dr. Stefanie Frosch 
Dr. Sebastian Graefe 
Dr. Achim Hörauf 
Dr. Thomas Hoppe 
Frank Hünger 
Dr. Kristiane Kuhnt 
Christian Meyer zum Büschenfelde 
Dr. Frank Polzien 
Dr. Joachim Schalk 
Dr. Michael Schreiber 
Dr. Jan ter Meulen 
 

Visiting Scientists 

Steven Buguruka-Tugume, 
University of Kampala, Uganda 
Dr. Kekora Kulemou, 
Guéckedou, Guinea 
Dr. Solomon O. Odemuyiwa, 
University of Ibadan, Nigeria 
 

Associated Members 

Dr. Thomas Fenner 
Prof. Dr. Erich Mannweiler 
 

Doctoral Students 

Khaled Mahmood Al-Qaoud 
Minka Breloer 
Jan Castan 
Andrea Dötze 
Claudia Fich 
Andreas Fuhrmann 
Timm Greve 
Oliver Herbig 
Jochen Hühn 
Bettina Kluxen 
Alexander Koop 
Thomas Laue 
Andreas Merkle 
Harm Müller 
Ole Rathje 
Peter Scheinert 
Ulrich Spengler 
Sebastian Strigl 
Christine Trumpfheller 
Moritz Vahlenkamp 
Christoph Wachsmuth 
Nicole Wiese 
Klara Windisch 
Finn Zedler 
 

Graduate Students 

Niels Albrechtsen 
Sven Cramer 
Bodo Eikhoff 
Olaf Elkemann 
Anja Schmitt 
 
 

Support Staff 

Evelin Bendrat 
Svenja Ehrlich 
Fatma Firat 
Ole Kaddasch 
Ulricke Klauenberg 
Swantje Kraus 
Silvia Krey 
Inge Kühl 
Dagmar Küntzlin 
Ingrid Lederer 
Britta Liedigk 
Angelika Maaß 
Birgit Mannes 
Ute Mehlhoop 
Elke Paulsen 
Iole Parisi 
Dirk Plähn 
Petra Plähn 
Gabriele Rietdorf 
Doris von Schassen 
Anette Seifert 
Christiane Steeg 
Corinna Thomé-Bolduan 
Meral Tezcan 
Irmgard Thiele 
Alexandra Veit 
Doris Weber 
Christine Wegner 
Martina Winsche 
Almuth Wolf 
Sonja Ziegelmaier