Die Zentrale Labordiagnostik des Bernhard-Nocht-Instituts ist das Nationale
Referenzzentrum für tropische Infektionserreger und bietet bundesweit
diagnostische Leistungen und Beratung für Ärzte an.
Die enge Zusammenarbeit der Zentralen Labordiagnostik mit den Forschungsgruppen
fördert die Weiterentwicklung diagnostischer Methoden und deren Bewertung
für eine Einführung in die Routine, wie z.B. molekularbiologische
Nachweismethoden für hämorrhagische Fieberviren, Mikrosporidien
oder Leishmanien.
Bei Verdacht auf eine Infektion kann ein großes Spektrum direkter
und indirekter Nachweismethoden für Viren, Bakterien, Protozoen und
Würmer eingesetzt werden. Dazu gehören z.B. spezielle Kultivierungsverfahren,
PCR oder Antikörperdiagnostik (Serologie).
Bei Verdacht auf eine hochinfektiöse gefährliche Krankheit
können Proben in einem Hochsicherheitslabor
bearbeitet werden. Bei hämorrhagischem Fieber ist das Bernhard-Nocht-Institut
der erste Ansprechpartner in Deutschland. Proben fast aller bekannten
tropischen Viren
werden als Referenzmaterial vorgehalten. PCR-Nachweismethoden für
die bekannten hämorrhagischen Fieberviren sind etabliert, so dass
innerhalb von 6-8 Stunden nach Eingang der Probe eine Ausschlussdiagnose
gestellt werden kann. Die Abteilung für Virologie ist WHO Kooperationszentrum
für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren und Mitglied im
europäischen Netzwerk zur Diagnostik importierter Viruserkrankungen
(ENIVD).
Hotline für Verdachtsfälle: 040/42818-0 (24 h täglich)
Familiäre Fiebersyndrome
Als wichtige Differentialdiagnose zu fieberhaften Infektionskrankheiten
wurden genetisch bedingte Erkrankungen, die rezidivierende Fieberanfälle
verursachen können, in das diagnostische Angebot einbezogen (Familiäres
Mittelmeerfieber [FMF], Hyper-IgD- und periodisches-Fieber-Syndrom [HIDS],
TNF-Rezeptor-assoziiertes periodisches Fieber [TRAPS, Hibernisches Fieber],
Familiäre Kälteurtikaria [FCU], Muckle-Wells-Syndrom [MWS],
CINCA-Syndrom, PAPA-Syndrom, familiäre rekurrierende Arthritis [FRA]).
Melde- und Referenzstelle für in Deutschland diagnostizierte
Amöbiasisfälle
Mit dem Ziel, das Ausmaß importierter und autochthoner Amöbiasisfälle
zu erfassen, die Diagnostik und Behandlung zu optimieren und entsprechende
Beratungen durchführen zu können, hat das Bernhard-Nocht-Institut
für Tropenmedizin eine Melde- und Referenzstelle eingerichtet. Hier
können auch Informationen zum diagnostischen Vorgehen bei Verdachtsfällen
und zur Behandlung eingeholt werden. Die Meldungen über alle Formen
der Amöbiasis werden unter Angabe einer Patienten-Kodierung, des
Aufenthaltsorts und der Aufenthaltsdauer in endemischen Gebieten und gegebenenfalls
eines Laborbefunds erbeten. Mehr....