|
Melde- und Referenzstelle für in Deutschland diagnostizierte
Amöbiasisfälle
Die Amöbiasis ist eine Infektionserkrankung, die hervorgerufen wird
durch das intestinale Protozoon Entamoeba histolytica. Die Infektion
mit E. histolytica kann zu sehr unterschiedlichen Verlaufsformen
führen. Zum Einen gibt es asymptomatische Verläufe, bei denen
infizierte Personen den Parasiten mit dem Stuhl ausscheiden ohne Zeichen
einer Erkrankung, zum Anderen findet man invasive Verläufe, bei denen
der Parasit das Darmlumen verlässt, in das Gewebe eindringt und zu
den bekannten klinischen Manifestationen führt, wie Amöbenruhr
oder Amöbenleberabszess
Die Amöbiasis gilt als typische Humanparasitose der Tropen, kann
aber auch in gemäßigten Breiten auftreten. In Westeuropa spielt
die Amöbiasis vor allem als importierte Infektion bei Reiserückkehrern
eine Rolle. Wiederholt wurden aber auch autochthone Fälle beobachtet.
Da die Amöbiasis nicht zu den meldepflichtigen Erkrankungen gehört,
besteht bisher in Deutschland keine Übersicht über die Häufigkeit
und die Bedeutung importierter oder autochthoner E. histolytica-Infektionen.
Mit dem Ziel, das Ausmaß importierter und autochthoner Amöbiasisfälle
zu erfassen, die Diagnostik und Behandlung zu optimieren und entsprechende
Beratungen durchführen zu können, hat das Bernhard-Nocht-Institut
für Tropenmedizin eine Melde- und Referenzstelle eingerichtet. Hier
können auch Informationen zum diagnostischen Vorgehen bei Verdachtsfällen
und zur Behandlung eingeholt werden. Die Meldungen über alle Formen
der Amöbiasis werden unter Angabe einer Patienten-Kodierung, des
Aufenthaltsorts und der Aufenthaltsdauer in endemischen Gebieten und gegebenenfalls
eines Laborbefunds erbeten.
Erhebungsbogen
Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Egbert Tannich
E-Mail: tannich bni-hamburg.de
Telefon: 0 40-4 28 18-477
Fax:040-42 818 512
Literatur
Aktuelle Übersichten zur Klinik, Therapie und Diagnostik der Amöbiasis
:
|