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Ein Tropeninstitut in Deutschland: Alte Bedenken und neue Aufgaben

Vor einigen Jahren wurde lebhaft diskutiert, ob es angemessen und sinnvoll sei, Tropeninstitute in den Industrieländern der gemäßigten Zonen zu unterhalten. Natürlich müssen Länder in den Endemiegebieten der Tropenkrankheiten jede Unterstützung erfahren, medizinische Forschung und die Vermarktung der Produkte selbst zu betreiben. Umso mehr, als die Weltbank feststellt, dass nationale Entwicklung ohne eigene Forschung nicht gelingen kann, und sei es nur, um Talente im Lande zu halten. Und kein Forschungsgebiet scheint besser geeignet als die besonderen Erkrankungen der eigenen Bevölkerung.

Andererseits hat sich biomedizinische Forschung zu einer Kosten treibenden Hochtechnologie entwickelt, und eine Reihe von Umständen verhindert derzeit eine breitere Ansiedlung in Entwicklungsländern. Dies kann aber nicht bedeuten, dass Bewohner von Entwicklungsländern nicht nur unter kollektiver Armut sondern auch unter Erkrankungen leiden - wegen unzureichender Forschungsaktivitäten in ihrem Teil der Welt. Für die Tropeninstitute der Industrieländer ergibt sich ein klarer Auftrag zur Forschung mit modernsten biotechnologischen Methoden.

Langsam wird bewusst, dass die Finanzierung tropenmedizinischer Forschung keinesfalls selbstlos ist. Armutskrankheiten machen ärmer, und Armut gilt als eine der größten Bedrohungen für den Weltfrieden. Nicht zu vergessen das nationale Ansehen auf den Märkten der Zukunft. Neu ist, dass die Krankheiten selbst näher rücken. Sei es durch Globalisierung oder Klimawandel, 2004 hat das West-Nil-Virus die USA erobert, 2007 brach das Chikungunya-Virus in Norditalien aus, und 2008 rückte sein Überträger, die "Tigermücke" Aedes albopictus, bis zum Oberrhein vor. Neue Aufgaben deuten sich an.

In einer über hunderjährtigen Geschichte hat Deutschlands größtes und bedeutendstes Tropeninstitut, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, historische Erfolge bei der Bekämpfung von Tropenkrankheiten und neu auftretenden Infektionen erzielt. Seine Mitarbeiter fühlen sich der großen Tradition verpflichtet und sind auf zukünftige Aufgaben vorbereitet.

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last update 02/2010

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