| Pressemitteilung vom 08.Dezember 2006 | ||
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Buruli eine vernachlässigte und unverstandene Krankheit Buruli-Ulkus - kleine Schwester der Lepra
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Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) koordiniert seit Dezember 2005 eine umfassende europäisch-afrikanische Studie zur bakteriellen Erkrankung Buruli. Die ghanaische Forschungsstation des Tropeninstituts, das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR), ist eines von insgesamt drei afrikanischen Forschungszentren. Das KCCR führt die Studie an drei Krankenhäusern in Ghana durch. Am 11. Dezember 2006, um 18.30 Uhr, sendet das Wissenschaftsmagazin Nano auf 3sat eine Reportage über die Behandlung von Kindern mit Buruli Ulcer am KCCR. Studiogast ist der Koordinator der Buruli-Studie und Leiter des BNI, Prof. Bernhard Fleischer. Während die Ausrottung der Lepra dank neuer Behandlungsmethoden voranschreitet, verbreitet sich in vielen Ländern West-, Zentral- und Ostafrikas ein naher Verwandter des Lepra-Erregers - das Mycobacterium ulcerans. Ähnlich wie der Erreger der Lepra (Mycobacterium leprae) verursacht dieses Bakterium Hautgeschwüre, für die es jedoch noch keine etablierte Therapie mit Antibiotika gibt. Häufig müssen die Geschwüre chirurgisch entfernt werden, in dessen Folge entstellende Narben und Bewegungseinschränkungen zurückbleiben. In manchen Gegenden in Westafrika kommen auf 100.000 Einwohner bereits 280 Fälle von Buruli-Erkrankungen. Der Name der Erkrankung stammt aus den 60er Jahren. In dieser Zeit traten
viele Fälle im Buruli County, Uganda auf (der heutige Nakasongola
District). Berichte über Buruli-Erkrankungen gibt es bislang aus
32 Ländern, vor allem aus den Tropen und Subtropen, aber auch aus
gemäßigten Zonen, wie z.B. Australien. Bislang ist nur sehr
wenig über Buruli bekannt, die Übertragungsmechanismen sind
noch weitgehend ungeklärt. Häufig ist jedoch die ländliche
Bevölkerung in der Nähe von Gewässern oder Sumpfland betroffen,
über eine Infektion durch das Wasser oder Wasserinsekten wird daher
spekuliert. Untersuchungen zur Übertragung werden parallel in drei
betroffenen afrikanischen Ländern durchgeführt (Bénin,
Demokratische Republik Kongo und Ghana). Die Geschwüre können sich an allen Stellen des Körpers bilden, aber etwa 90% treten an den Extremitäten auf. Das Mycobacterium ulcerans setzt Mycolacton frei, ein Gift, das zur Zerstörung des Gewebes führt und gleichzeitig die Immunabwehr des Patienten unterdrückt. Ohne zusätzliche Infektionen (sog. Sekundärinfektionen) bleibt Buruli zunächst meist schmerzlos für den Patienten und verläuft fieberfrei. Daher wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Doch therapeutische Krankenhausaufenthalte sind teuer und können mehr als drei Monate dauern. Bleibt Buruli unbehandelt, bilden sich große Geschwüre, die zu ausgedehnten Vernarbungen führen. Die Folge sind schwere bewegungseinschränkende Behinderungen und im schlimmsten Fall Amputationen. Die Betroffenen leiden neben der gesellschaftlichen Stigmatisierung unter dem Ausfall der Erwerbstätigkeit bei Erwachsenen bzw. der Einschränkung des Schulbesuchs bei Kindern. Das ganze führt so zu weiteren sozial-ökonomischen Problemen. Diagnostik Partner
Projekt BURULICO Sendetermin
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Kontakt Eva Königsmann
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